Gegenueberstellung CGI und Fotografie

Vielen technischen Produkten sieht man die Innovation und Komplexität von außen meist nicht an. Wo ein Foto schnell gemacht ist, ist die Visualisierung oft aufwändiger. Warum also 3D Visualisierung, wenn ein Foto schnell und günstig zu produzieren ist?

In welchen Fällen man CGI oder Fotografie einsetzt, wollen wir in diesem Blog erklären.

  • CGI vs Fotografie
  • Makroaufnahmen
  • Animation

Ein Foto ist in der Regel einfacher zu machen als ein Bild mit dem Computer anhand von 3D Daten zu erzeugen. Das Foto ist fotorealistisch, es wird nicht angezweifelt, dass es das fotografierte Produkt noch nicht gibt. Bei schnellen Renderings (so nennt man das berechnen eines Bildes anhand von 3D-Daten), sieht man eigentlich sofort, dass es ein im Computer erzeugtes Bild ist. Firmen deren Produkte innovativ und schnelllebig sind, haben oft das Problem der Glaubwürdigkeit, nämlich ob das Produkt überhaupt schon existiert.

Es gibt aber einige Fälle, in denen die Fotografie an ihre Grenzen stößt oder ebenso aufwendig sein kann, wie eine CG Produktion. Es geht los mit sehr großen Maschinen. Haben Sie schon einmal versucht eine Maschine zu fotografieren, die 8m oder höher ist? Sie benötigen dafür sehr viel Platz, also ein sehr großes Studio.

Visualisierung einer Maschine in einer reduzierten, virtuellen Halle – © SHW AG

Alternativ zeigen sie die Maschine am Einsatzort. Aber gibt es dort den nötigen Raum für den Fotografen? Können sie die Maschine optimal ausleuchten? Ist das wirklich der Kontext und Hintergrund, den Sie sich vorstellen oder sind dort alle möglichen Dinge im Bild, die Sie gar nicht sehen möchten? Diese Rahmenbedingungen schränken die klassische Fotografie sehr stark ein. Im Anschluss müsste das Foto nachbearbeitet werden. Optimierung und Korrektur von Licht und Reflektionen, Entfernen von nicht gewünschten Objekten im Bild oder der komplette Austausch des Hintergrundes. Je nachdem wie viele Dinge zu retuschieren sind, kann das sehr zeitintensiv und teuer werden.

Was im Großen schwierig sein kann, ist im Kleinen manchmal unmöglich zu fotografieren. Man kann mit der virtuellen Kamera in kleine Bauteile hineinfliegen, das Innenleben hervorholen und dies sogar in Bewegung zeigen.

Innenleben eines Schließzylinders (Standbild aus einer Animation) – © AssaAbloy - youtu.be/W4cuYJ1qe5U

Kameraeinstellungen, die mit einer herkömmlichen Kamera nicht im Ansatz realisierbar wären, können perfekt in Szene gesetzt werden und Abläufe, seien sie noch so klein, wie zum Beispiel ein Uhrwerk oder der hier dargestellte Schließzylinder, können verständlich kommuniziert werden. Makroaufnahmen erhalten dadurch eine ganz neue Bedeutung, weil der Fantasie und der Physik keine Grenzen gesetzt sind. Was in der Makrowelt gut funktioniert, macht natürlich wiederum im Großen Sinn. Man braucht zum Beispiel keine aufwändigen Kameraschlitten oder Kräne, um Einstellungen zu realisieren oder Fahrsituationen zu filmen.

Ein weiterer aufwendiger Fall der Fotografie ist das Fotografieren von Prototypen. Prototypen sind nie ganz fertig, haben die falsche Konfiguration oder müssen aufwendig emotional in Szene gesetzt werden. Bei einem neuen Fahrzeug müssen Marketingmaterialien schon lange vor dem Verkaufsstart entwickelt werden. Um das zu schaffen, muss der Prototyp zu einer speziellen Location transportiert, aufgebaut und fotografiert werden. Je nach Entwicklungsstand des Prototyps kann der Transport sehr aufwendig sein und hohe Kosten verursachen. Pauschal kostet zum Beispiel ein Transport eines Fahrzeugs, getarnt, an einen Ort der Welt, mit allem was dazu gehört um die 250.000 EUR. Mit CG Technologie besteht die Möglichkeit die Location und die Beleuchtungsverhältnisse vor Ort zu fotografieren, um den Datensatz des virtuellen 3D-Fahrzeugs im Anschluss am Computer mit der vor Ort fotografierten Beleuchtung und Reflektion zu visualisieren.

Virtuelles 3D Fahrzeug gerendert mit Beleuchtung vor Ort auf fotografiertem Hintergrund – © Porsche AG

Trotzdem gibt es auch heute noch Gründe, Produkte klassisch zu fotografieren. Der Kunde muss abwägen wie hoch der Kosten-/Nutzenfaktor für eine klassische Fotografie ist. Ein einfaches Foto ohne viel Vorbereitung ist leicht zu machen. Aber wird dieses Foto dem visuellen Anspruch der Firma auch gerecht? Lohnt es sich aufwendige Fotoshootings zu machen, bei denen am Ende doch die Hälfte retuschiert werden muss? Im Gegensatz hierzu ist mit CGI alles möglich und man sieht schnell wie das Endergebnis aussehen wird, sofern man sich im Vorfeld Gedanken gemacht hat, wie das Bild aussehen soll.

Aber: Beide Wege haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile.

In welchen Fällen der eine oder der andere Ansatz mehr Sinn macht, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Was es braucht Ihre technischen Produkte gut und verständlich in Szene zu setzen und auf welche Dinge es in einer CG Produktion ankommt, wollen wir in unserem Blog Gute und verständliche Technikvisualisierung erklären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Initialaufwand der Visualisierung meist höher ist als in der Fotografie - wenn das Produkt schon existiert. Muss aber für die Fotografie extra ein Prototyp oder Vorserienmodell erstellt werden, dann sieht die Sache schnell anders aus. Kommen dazu noch andere Faktoren wie Größe, Komplexität, Animation, führt eigentlich kein Weg mehr vorbei an der CG Bild- und Filmproduktion.

Wenn Sie weiteres Interesse haben sich über das Thema CGI und die damit verbundene Content Creation zu informieren, dann klicken Sie auf den Button zu unserem Technology Workshop.

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