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Echtzeitanwendungen bei LIGHTSHAPE – vom manuellen zum automatisierten Workflow

Wer als Medienunternehmen in der digitalen Branche mitmischen will, muss stets am Zahn der Zeit bleiben. Wir bei LIGHTSHAPE sind daher stets auf der Suche nach innovativen Ergänzungen unseres Workflows, um schnellstmöglich die bestmögliche Qualität liefern zu können – und das zu einem fairen Preis.

Heutzutage setzen immer mehr Unternehmen auf interaktive Anwendungen, um ihre Produkte zu inszenieren. Das hat einen guten Grund: Interaktivität schafft emotionale Bindung. Unsere Kunden haben daher einen hohen Anspruch an die detailgetreue und lebensechte Darstellung ihrer Produkte – und das zu Recht!

Leider geht mit der Produktdarstellung in hoher optischer Qualität häufig ein gesteigerter Bedarf nach Rechenleistung einher. Allerdings hat nicht jeder Endverbraucher aktuellste High-End-Hardware zur Hand, sondern besitzt beispielsweise ein handelsübliches Smartphone oder Tablet. Wie kommt also die realitätsnahe Produktdarstellung auf das persönliche Smart Device?

Unser bisheriger Workflow: Handarbeit

Die Antwort darauf ist gleichzeitig simpel und dennoch komplex: die Daten müssen schrumpfen. Das geschieht bei LIGHTSHAPE durch einen Prozess, der sich "Retopologisierung" nennt. Dabei wird die Oberfläche des virtuellen Objekts überarbeitet und vereinfacht. Einen möglichen Workflow in dieser Kategorie finden Sie in unserem Blog Artikel "Von CAD-Daten zu Low Poly Modellen für interaktive Anwendungen".

Auch so genannte "LODs" (Levels of Detail) werden eingesetzt. Dabei handelt es sich um recheneffizientere Varianten eines Objekts, die eingeblendet werden, wenn dieses weit entfernt ist. Somit wird Rechenzeit für die Darstellung von Details, die ohnehin nicht mehr zu erkennen wären, auch tatsächlich eingespart. Besonders dann, wenn viele Objekte auf einmal zu sehen sind, gewährleisten LODs eine flüssige Bildrate.

Sowohl eine Retopologisierung als auch die Generierung von LODs ist, von Hand durchgeführt, überaus zeitintensiv. In letzterem Fall muss das Objekt sogar mehrmals optimiert werden. Die vielen technischen Bauteile eines modernen Elektrofahrzeugs so zu verkleinern, dass sie ohne Probleme auf einem Mobilgerät oder im Web dargestellt werden können, dauert beispielsweise über einen Monat – und das mit mehreren beteiligten Grafikern. Schließlich müssen alle Teile bis ins Detail überdacht und deren Oberflächen neu erstellt werden, seien es Zahnräder des Hinterachsgetriebes, Kabel der Ladeeinrichtung oder Anschlüsse eines Spannungswandlers.

 

Vergleich mehrerer LOD-Versionen eines Fiats

Dass bei einem solchen Unterfangen hohe Kosten anfallen, ist kein Wunder. Außerdem kann während all dieser Zeit Kundenfeedback nur schwer bis gar nicht umgesetzt werden. Je später ein Änderungswunsch aufkommt, desto mehr Arbeitsschritte müssen erneut iteriert werden. Das erzeugt einen Flaschenhals, welcher den konstruktiven und wertvollen Austausch zwischen Dienstleister und Kunde verlangsamt.

Unser neuer Workflow: Teilautomatisierung

Auf unserer ständigen Suche nach zukunftsträchtigen Lösungswegen setzen wir uns immer wieder mit dem Thema Automatisierung auseinander. Für uns ist jedoch klar, dass wir unseren Kunden weiterhin eine Qualität bieten möchten, für die wir mit unserem Namen stehen. Viele automatische Workflows genügen diesen Anforderungen nicht. Sie ermöglichen zwar eine äußerst zeitnahe Umsetzung, aber anders als unsere Mitarbeiter können sie nicht berücksichtigen, auf welche Details unsere Kunden besonders viel Wert legen und welche Objekte generell für das Erscheinungsbild des Produkts essenziell sind.

Da wir weder auf die Geschwindigkeit automatischer Lösungen noch auf die Qualität menschlicher Erfahrung und Einschätzung verzichten können, bedienen wir uns einer Teilautomatisierung. Die Software InstaLOD führt unsere Retopologisierungen durch, indem sie zahlreiche detaillierte Einstellungen unserer Grafiker berücksichtigt und das Ergebnis intelligent berechnet. So kann für jedes individuelle Produkt eine angemessene Lösung gefunden werden.

Des Weiteren haben die Grafiker mit Programmen wie Maya oder Substance Painter, die schon lange in unseren Workflow integriert sind, jederzeit die Möglichkeit, in den Prozess einzugreifen. Sie können Objekte so präparieren, dass InstaLOD sie besser erfasst und verarbeitet, oder auch Nachbesserungen vornehmen, um dem Produkt den letzten Schliff zu verleihen.

Ergänzende Nachbearbeitung der Daten in Maya

Diesen hohen Grad der Kontrolle geben wir an unsere Kunden weiter, indem wir ihre Wünsche genauer umsetzen, als es mit jeder vollautomatischen Lösung möglich wäre. Zugleich macht uns der neue Workflow so effizient, dass wir Feedback sofort realisieren und dadurch dynamisch mit unseren Kunden zusammenarbeiten können.

Das Ergebnis unseres Workflows der Teilautomatisierung

Ein Ausblick in die Zukunft

Wenn wir nach vorne blicken, stellen wir fest, dass die Automatisierung von Workflows noch längst nicht an ihre Grenzen stößt. In einer idealen Zukunft werden wir die Daten des Produkts einfach einspeisen, den Weg durch eine Scripted Pipeline beobachten und das qualitativ hochwertige Ergebnis so erhalten, dass wir es ausliefern können.

Schon jetzt zeichnet sich ein Trend zu vollintegrierten Systemen ab. Immer größere Teile des Workflows werden ganzheitlich gesteuert, um die Nutzung verschiedener Programme, Dateiformate und Konventionen zu reduzieren. Dadurch vermeiden wir künftig Kompatibilitätsprobleme, können Daten viel übersichtlicher verwalten und werden durch das Wegfallen von Zwischenschritten schneller und effizienter. Beispielsweise ist InstaLOD bereits jetzt darauf ausgelegt, einen kompletten Workflow zu durchlaufen. Auch die 3D-Suite Blender verfolgt ein Konzept, bei dem der Nutzer die Software für die verschiedenen Schritte nicht verlassen muss.

Für Firmen wie LIGHTSHAPE, die Wert auf individuelle Kundenwünsche legen, ist außerdem die Kommunikation von Mensch und Maschine weiterhin ein entscheidender Punkt. Ähnlich dem Design von Farben und Formen oder der unauffälligen Konvertierung von Bildformaten müssen wir lernen, wie ein Auge das virtuelle Objekt wahrnimmt und an welchen Stellen eine Reduktion von Details nicht die Gesamtqualität mindert. Ästhetik lässt sich nur schwer bewerten und alles, was sich mit künstlicher Intelligenz nicht erkennen lässt, müssen die Grafiker dieser genau mitteilen können: Was ist dem Kunden wichtig? In welchem Kontext wird das Produkt gezeigt? Wie wird damit interagiert? Je exakter und intuitiver dieser Austausch funktioniert, desto eher entspricht das Ergebnis der Vorstellung unserer Kunden. Und darauf arbeiten wir hin. Durch die geschickte Verbindung von Fortschritt und interaktiver Multimedia schaffen wir bei LIGHTSHAPE ein zukunftsfähiges Modell, um Ihr Projekt zu verwirklichen.

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